Peter Krautzberger, krautzource
FernUniversität Hagen, Dezember 2025
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Über mich
Die hauseigenen Softwarelösungen der American Mathematical Society zur Produktion von
Die Anfangsstück der Toolchain sind open-source lizensiert:
Damit erhält man “rohes” HTML, um mehr daraus zu machen.
(Weiter Teile sind proprietär.)
Erfahrungsbericht von Julius Ross: Accessibility for the Working Mathematician
Warum nicht make4ht/pandoc/latexml/plastex/… ? Alles gute Werkzeuge!
Alle Werkzeuge in diesem Bereich haben Stärken und Schwächen.
Unsere Entwicklung begann ~2016 (mit viel älteren Vorläufern, bis in die 90er).
Optimiert für die Bedürfnisse und Fähigkeiten der AMS.
Ein wesentliche Grund für ein eigenes Tool ist Barrierefreiheit. Barrieren enstehen z.B. in den folgenden Bereichen:
👁 Visuell: Blindheit, niedrige oder eingeschränkte Sehleistung, eingeschränkte Sicht
👂 Auditiv: Taubheit, Schwerhörigkeit, Lärm
🖐 Motorik: keine Maus, langsame Reaktion, eingeschränkte Feinmotorik
🧠 Kognition: Dyslexie, Dyskalkulie, Ablenkung, Gedächtnisschwierigkeiten
Das Web (HTML, CSS, SVG …) ist ursprünglich barrierefrei.
Rechtlich: European Accessibility Act / Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Im Wesentlichen: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (EN 301 549 / BITV)
Nur ein kleiner Teil der WCAG Kritieren ist zentral in unserem Kontext.
Wie kann man barrierefreie Dokumente mit TeX erstellen?
Nein.
TeX ist vor allem Textsatzsystem
LaTeX bietet eine brauchbare Abstraktionsebene
sind zentrale Bausteine für barrierefreie Inhalte.
LaTeX hat eine grundlegend positive Kultur etabliert, z.B.
\chapter{Die Ware} vs {\Huge KAPITEL 1. Die Ware}\begin{itemize} \item \end{itemize}\begin{figure}\caption{...}\end{figure}Die meisten Menschen nutzen die meisten Konstruktionen meistens richtig.
Viele Pakete im CTAN produzieren gute Strukturen, z.B.
Aber auch: viele Pakete ohne Strukturen, viele verwaiste Pakete.
Oftmals genutztes externe Tools, die ähnliches Potential haben
Ermöglichen Anpassungen und weitere Alternativen (tabellarisch, prozedural etc.)
Keine Kultur zur Barrierefreiheit.
\includegraphics aber nicht für anderen Nicht-TextUnd vor allem: die meisten Nutzenden lernen TeX einmal und nie wieder.
theoremstyle, enumerate
...
\begin{wrapfigure}{l}{0.25\textwidth}
\includegraphics[width=0.9\linewidth]{graphic.jpg}
\caption{Caption1}
\label{fig:wrapfig}
\end{wrapfigure}
...

Bei Barrierefreiheit fehlt Kultur im akademischen Bereich.
LaTeX etc sind dabei das kleinere Problem.
Das Potential ist schon jetzt hoch.
Die systematische Umsetzung fehlt.
Z.B. Grafiken.



WCAG 1.1.1: Nicht-Text-Inhalte haben eine Textalternative.
Textalternativen sind immer kontextabhängig. (Und selten “Bildbeschreibungen”.)


Immer besser - und dort oft (fast) zu finden!

von Grafiken und ihren Textalternativen!

Kein neues Problem
Farben, Kontraste, Umfluss …
Sprachausgabe, Braille, Gebärden …
Im wesentlichen ähnliche Herangehensweise.
Die Community muss Praktiken entwickeln und in ihre alltäglichen Prozesse integrieren.
Von TeX zu LaTeX wurden bestimmte Konstrukte zurecht aus gemustert wurden (z.B. $$...$$ vs \[...\]).
Ähnliches müssen wir für Barrierefreiheit entwicklen.
Printdesign z.B.:
Inhaltlich: Farben, sensorische Referenzen, Komplexes durch einfaches ersetzen, …
Das Web bietet viel mehr Potential. Z.B.
Wir müssen die Chance nur ergreifen.